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Chroniques politiques et culturelles (CP) - 01 JAN 1943 - Allemand
     [CP-1943-00-01-DE]


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Die Schweiz vor einer neuem Lage,
Wieder ßitiMui sieht sich unsere Schweiz vor eine neue Lage gestellt,
Wahrlich nicht sum ersten Mal in diesem furchtbaren
Kriegt 194o, nach dem raschen Zusammenbruch Frankreichs, wurdt
unser Land auf allen Seiten von der einen Kriegspartei umschlossen.
e i **enf blieb AbWr noch eine schmale, offen Stelle,
die in das unbesetzte Frankreich hineinführte. Im Spätherbst
1942 verschärfte sich dann der Abschluss; Frankreich wurde
von den deutschen und den Italienischen Truppen vollständig
besetzt. Der Streifen von *enf verschwand* &t& Umschliessung
der Schweiz war lückenlos» Noch blieb uns aemtr der Hafen von,
(xenua, über den, durch die Schiffe unserer
denen Handelsflotte, unsfere Versorgung mit notwendigsten
ebers$eguter:, sicher gestellt blieb. Jetzt ist auch hier eine
VK XUU? * -'' y V*r&$stfü* & eingetreten. Italien ist Kriegschauplatz geworden.
Der Versorgungshafen Genua fällt für uns weg. Wenn in diesen
Tagen das Schweizerschtff "MaloJa" im Mittelmeer versenkt worden
ist, so ist dieses bedauerliche Ereignis deutlichstes zeiohen
für die Verschärfung der Lage, wie sieYdas Uebergreifen
des Kriegsgeschehens auf das italienische *estland für uns
entstanden isty Die erbindung zum atlantischen Ozean, für
uns rohstoffarme Binnenländer so bedeutsam, führt nunmehr
nur noch über den Landweg, durch Frankreich, Spanten und Portugal.
Das Versorgungsproblem der Schweiz ist wirklich
Drohender als seit langem vollzieht stch äas Kriegsge-,
schehen selbst in der Nähe unserer Grenzen, eile unserer Ar*»
mee sind unter die Waffen gerufen worden. Ihre Mobilmachnug
stellte den ungebrochenen, schweizreischen Willen, die Unabhängigheit
und Neutralität mit allen Mitteln zu wahren unter
ewets, as Aufgebot vollzog sich rasch und reibungslos, wie
wenige Tage nach seinem Vollzug der General, der die Truppen,
inspiziert hatte, d r schweizerischen Oeffentlichkeit mitteilen
konnte. Wir dürfen also feststellen, da&s sich di* Schweiz
den Ueberraschungen der neuen Lage gegenüber ruhig, diszipliniert
und entschlossen verhalten hat,
®iese rjkltung stütz fetch gleichsam auf zwei Pfeiler*
beid sind in vier Jahren der Bewährung*der Erprobung entstan-
den. Der Wille zur Verständigung im Innern, über alle Gegensätzlichkeiten
hinweg, ist der eine Pfeiler dieses Verhaltens;
der anderfgilt dem ungebrochenen Neutralitäts- und TJnabhäntgkeitswillen.
Innenpolitisch fallen die bedeutsamen weltpol itischen
und fêrategtsahen Ereignisse dieses Herbstes
mit den eidgenössischen Neuwahlen in den Nationalrat zusammen.
Alle vier Jahre im Oktober wird das Schioeizervolk zu diesen
Wahlen aufgerufen, Jetzt zum zweiten Mal während dieses Weltkrise
», In den Zeiten des Friedens gehören die Nationlaratswählen
zu den Höhepunktenunseres politischen Lebens, Bie pflegen
Höhepunkte im Guten wie im Schlechten zu sein, Zeiten der
grundsätzlichen, politischen Besinnung aller beteiligtem Grupj?*
und Parteien, aber auch der oft ungebärdigen Leidenschaftlich
keit. Heute sind sich alle Verantwortlichen, unabhänig davon,
welcher Partei sée angehören mögen, darüber einig, dass den
Kommenden ahlkämpfen Grenzen der Leidenschaftlichkeit gesetzt
sind. Auf allen Gebieten sind wir $mS& auf die Zusammenarbeit
angewiesen» sei es vom kriegswirtschaftlichen Büro zur Fabrik
und Werkséaéti, sei es zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
in$ den Betrieben, sei es zwischen Stadt und Land, sei es
zwischen Armee und Volk', *o Meinungsverschiedenheiten auftauche:
und s lbs Uferstendlich gibt es solche- beheben wir sie ¿$durchi
miteinander reden, Dia Wahlfieber der Nationlaratswahlen
wird dt esea Einvernehmen nicht stören,
Daa ¡weite, was uns teuer ist, und dessen beaon~
derer Ausdruck der Wille zur Verständigung nach innen ist,
heisst Bereitschaft für die Unabhängigkeit, ieae Bereitschaft
hat sich in all d?n vier Jahren, die hinter uns
liegen nicht verkleinert, sondern sie ist fester denn Je9
Mehr darüber zusagen wäre sinnlos, ßter Mlle zur NeuïrTxTtiftft
a&er, isi~#l*4 h~**è $ h2&e&en geblieben. Durch alle Anfechtungen
hindurch, die abwechselnd aus beiden kriegführenden Lagern
erfolgt sind, hat sich die neutrale Schweiz gehalten. Mehr
noch, Sie hat es erlebt, dass im Jahrelangen Verlauf d s &esc)
hens der Sinn dieser Neutralität mehr undjmehr begriffen und
.:ala wertvoll erkannt worden **ff. So erkennt daa
Schweizervolk heute, im Vorfeld eines neuen Geschehens, die
Tragsicherheit und Bewährung der h-mi&cn Pfeiler, auf denen
seine politische Haltung im zweiten Weltkrieg beruhte
v.1.09