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Chroniques politiques et culturelles (CP) - 03 JAN 1943 - Allemand
     [CP-1943-00-03-DE]


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Der eidgenössische Wahlgang,
Die eidgenössischen Wahlen vom letzten Sonntag sind vorüber.
Sie nahmen einen leidenschaftslosen Verlauf, aber sie vermochten
doch, unser Volk und die F ählerschaft s zu fesseln,
dass wenigsten für ein paar Tage das furchtbare Weltgeschehen
im Interesse der Schweizer etwas zurücktrat. In einzelnen
Aantonen, wo die Wahlkämpfe von feher hart auf hart zu verlaufen
pflegen, kam es zu mm etwas grösserem Wellenschlag als
anderswo. Aber Überbordet haben die Leidenschaften auch dort ,
nicht. Abschliessend darf man feststellen, dass es dem Schweizer
möglich ist, seine überlieferten und hochgehaltenen, po-,
Htischen Rechte auszuüben, ohne dnrob jene Disziplin zu verlieren,
&m die em* in diesen schweren Zeiten für ein kleines
Volk nun i%mi k efn Durchhalten gd&t. Dieses Wahlergebnis muss
als erfreulich bezeichnet werden?
Der Wahlgang selbst hat politische Veränderungm
mit sich gebracht. Sie erscheinen dem Aussenstehenden unbedeutend,
aber für schweizerische Verhältnisse sind sie recht
beträchtlich. Einer Partei, der sozialdemokratischen, ist es
gelungen, d ie ¿ahl ihrer Vertreter von bisher 45 auf 56
herauf zusetzen. Sie hat ai&o mit einem Schlag 11 Mandate im
Nationalrat gewonnen. Von den sieben ne*en Sitzen, die im
erweiterten Bat zu bestellen waren, sind ihr alle zugefallnn?
arüber hinaus gewann sie nocjfs chs weitere. Dieses Ergebnis
bedeutet, dass die Partei im Nationalrat die stärkste Fraktion
aufweisen wird. Die bjfîhiïr stärkste Gruppe der Freisinnigen,
aus der vier von sieben ¡Bundesräten hervorgehen, fällt auf
den zweiten Platz zurück Sie hat 47 Sitze im Nattonalrat er-,
halten. Für die we i tern Parteien e+gabbM'sich folgende Vertei
lungsxiffem: Die Katholisch-konservative Gruppe und die Bauernpartei
bleiben ungefähr gleich stark wie bisher, ritv g2*1ah*n
jfár4Aít*4-1h* áa8 liberale 2entmm¡ die Gruppe des Landesrings fällt von
lo auf sech zurück und die Demokraten behalten anstatt sedh i
noch fünf Mitglieder, eschwächt sind ferner einige kleine,
Vertretungen, die bisher schon nicht als Fraktionen organisiert
Zu diesen äussern, sahlenmässigen Veränderungen
kommen solche in besug auf die Männer, die gewählt worden sind,
Ungefähr 5o Säte, alf gut ein Viertel des Nationalrates dürfte
anmriimmumnmMmp mm neu sein. Mit dieser personellen Erneu erung,
die su begrün ist, weil neue Männer auch neu Ideen mit
bringen, verbindet sich eine ebenfalls begrüssenswerte Verjüngung
d«sRates, Im Hinblick auf die grossen Aufgaben der
NachkriegsJahre von morgen oder übermorgen, diedt4&&r Hat zu
lösen haben wird, ist der personelle Wechsel doppelt bedeutsam,
Er mmâ ¡8 widerlegt die oft gemachte Behauptung, unser Wahl-
System sei ein umständlicher Apparat und unsere Volkswahl verunmögliche,
dass sine Blutauffrisohung der Behörden erfolge
wenn sie fällig geworden sei. Die Jüngsten Wahlen des schweizerischen
aiionälrates beweisen vielmehr deutlicher als alles
andere, dass wir auch politisch ein lebendiges Volk geblétflbei
sind, dass wir unsere Einri ci tangen beherrschen uni sie niât
Werden sich nun aus dem neuen Kräfteverhältnis unmittel
bar auch Veränderungen in den Behörden ergeben? Das widerspräche
schweizerischer politischer Tradition und Einsid ti er Bundesrat
ist eine der stabilsten Regierungen, die e¿- gibt. Er wird
alle drei ahre gewählt und kann in der¿Zoischinzeit durch kein
politisches Ereignis gestürzt werden. Das gibt ihm eine gewi
Uberparteûliche Selbständigkeit, Daher wird er auch jetzt nicht
JUbßL tmwictelbur von der Veränderung der Kräfteverhältnisse unter den
Fraktionen betroffen, Äa steht aber aus er 2' eifei, dass der
ahlausgang die Frage aufgeworfen hat, wie, parteipolitisch
gesehen, der Bundesrat künftig zusammen gesetzt sein soll»
Bis Jetzt waren darin die Freisinnigen mit vier, die Katholisch-
konservativen mit s ei und die Bauern mit einem ,
Vertreter vorhanden. Die Sozialdemokraten waren nicht Mitglied
der Landesregierung, Ihr Vorrücken auf den ersten
Platz unter den flátionalratsfnittionen wird daher die Frage
jthtrer Beteiligung neu stellen.
Die Wahlen vom letzten Sonntag ira Oktober standen unter
dem doppelten eichen dej é Strebens nach emeinschft und de¿
Bufes nach markanten Persönlichkeiten, Sa ergab sich daraus,
êieser neue Hat, mit der zahlenmässig stärksten, sozialdemokratischen
Fraktion, aber auch mit vielen neuen, bemerkend .
vierten Köpfen unter den nicht sozialistischen ertretem. Der
Wille, weiterhin, wie bisher zusammen zustehen, wird sie in
fruchtbarer Arbeit für das Land zusammn führen.
v.1.09