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Chroniques politiques et culturelles (CP) - 05 JAN 1943 - Allemand
     [CP-1943-00-05-DE]


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Hermann ßösehensteitt
Die neue Lage dfTr Schweiz«
Die Schweiz befindet sich jetzt in einer der seltsamsten oituationen ihrer
langen Geschichte, oie ist, wenn man will* nur noch von einer Macht umgeben,
indem Deutschland Oberitalien uno ganz Frankreich besetzt hat. Andrerseits
ist sie von drei leiten von osieg'en timgtoen, zu denen zunächst Cesterreich,
dann Frankreich une jetzt Italien zu zählen ist. In dieser Situation ,ist die
Schweiz ihrer klassischen Rolle ble ínterin der Alp entibe rga'nge treu geblieben
und hat sie neuerdings mit starken TruppenbestMnden besetzt. Die Schweiz
wei.ss, dass der gegenwärtige Zustand nicht von Dauer sein kann. Sie hat
den Zusammenbruch der Achse kommen sehen, und als Demokratie spürt sie, dass
ohne Zustiramung der Volker jede Besetzung nur provisorisch sein kann, mag
dieses Provisourium auch einige Zeit, wie im Falle Frankreichs, andauern«
Freilich waren die Hoffnungen in der Schweiz gros-, dass nach dem .
Zuse íméñbruch Italiens eine rasche tîffnung der Seev ere zu den kestaöchten
abglich sein werde. Darüber, dass der Eisenbahn-Transitverkehr sofort eufgehUirt
hut, ist man nicht bestürzt, denn eine grosse Herbsternte, vor allem ubsternte
muss in der Schweiz selber abtransportiert una verteilt werden und vira
die Kapazität der Bahnen auf das Aeusserste beanspruchen. Man ist auch hin=
sichtlich der Seewege nicht ohne Zuversichtobwohl zweifellos in Italien
loch während taonaten gekämpft werden kann« iJie Volker haben sich daran gewtJhntj
nur noch auf kurze Frist vorauszudenken. Wenn die Schweiz sich Sorgen
machen wollte über die Zukunft ihrer nächsten Umgebung, könnte sie in diesem
Moment fast verzweifeln, denn Twtin nicht ein antidemokratisches Régime
herrscht, so besteht die Anarchie aie in Italien. Ein Land mit so lebh-ftem
Gedanken-und Kulturaustausch mit dem übrigen Europa wie die Schweiz es
ist, könnte auf die Dauer nicht unberührt bleiben. Nun hat aber der Zusam en=
brach der franzosischen Republik die Schweizer gelehrt, sich auf ihre eignen
Kräfte zu besinnen«und durch die hot gezwungen, 'ine gewisse geistige
Autarkie zu befolgen. .
g .-, - ,,„__ ïq+ fîip Schweiz keineswegs pessimistisch
* Trotz der momentanen Sinschliessung i¡ t an bc
" eingestellt. Sie glaubt in den abgelaufenen vier Jahren festgestellt zu .
m -, x - . ~ trc r o+î?yiHvil c¡ fíiT ihre haben dass in der ganzen kriegführenden Welt das Verständnis IUJ J."
Neutralität stSndig gewachsen U+ und dass die Susserst korrekte Neutrali*;
tStspolitik stets anerkannt „urdf. - 1,nn die Haltung der Schweiz
irgendwo kritisiert und angegriffen wurde wie zuletzt in dem in der Schweiz
vielbeachteten Brief von Lord Davies in der London Times; fanden sich
sofort angesehene Verteidiger des schweizerischen Standpunktes. Und von
allen Kriegführenden ist días klein, lenu "it der Vertretung fremder
Interessen beauftragt 'worden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz,
das gerade in diesen Tagen wiederum en die Gebefreudigkeit des Schwelzervolkes
appelliert una mit groe-sen xticLset en nit Verwundeten, Gefangenen und
Hungernden einerie-lich euf seine hohe Mission hinweist, steht weit über
den feindseligen Stiamun en unserer ¿~ it ; e.ein nsehen ist unbestritten.
Diese Neutralität ist eine bewaffnete, une es kenn neuerdings festgestellt
werden, dass sich nach vier Jahren die schweizerische Armee, modern ausgerüs«;
tet, in einem scharfen Training befindet und ein grosser Teil ihrer Truppen
für den schwersten Gebirgskrieg ausgebildet worden iet. Diese Bbungen
b den in äen letzten Monaten nient wenige Todesopfer gefordert. In einer
Antwort auf eine parlamentarische Anfrage stellt der Bundesrat fest dees '
iiese unialle auf das härtere Training und die ko..elidiert..ren ;,d ten ue
Flammenwerfer, auf die Durchführung von il us stîbergangen see Hochgeblrgs=
cursen zurückzuführen eind. .jiose Übungen mUsseiîïi möglichst, eve -erriet de il
Joe Herannahen kriegerischer Fronten an der Schweizer Cr :z; ird ¿gliche**
-ice einen gewissen L'influss auf die grossen Parlamentswahlen haben,"indé*
tie Auseinandersetzungen der Parteien
"Dn der grossen Mehrheit ess Vo-j lke.s.. e..rhjeoir vJct i-a",- +e, .-e,-,rden; di
Differenzen beziehen sich niemals
auJ die Grundfragen, sondern bloss eut*
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sich zur SiSÏÏIiïtStvîi? DemoíratC?p ff enheitep. Alle Parteien bekennen
tat, zui Demokratie una sur Freiheit un-, Unabhängigkeit.
v.1.09