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Chroniques politiques et culturelles (CP) - 02 JAN 1945 - Allemand
     [CP-1945-00-02-DE]


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Die Schweiz ruft Amerika. Nr« 2 9
Allgemeine und wissenschaftliche Kulturehronik,
von Dir. Dr. Eduard Fueter,
Schweiz. Institut für Auslandforschung, Zürich.
Amerikanische Studenten kommen in die Schweiz. *
dem Terrï r!aïafeSi hle?aSrlieïwischen den heiligten Bundesämtern,
dem Präsidenten des Schweiz. Schulrates an der ETH, dem Direktor des
Schweiz. Institutes für Auslandforschung und dem Leiter der Schweiz.
Zentralstelle für Hochschulwesen (Swiss University Board) eine
Sitzung statt zur Besprechung vorbereitende» und koordinierender
Massnahmen, die für die Aufnahme von 2 - 3 amerikanischer Studierender
der deutschen Besetzungsarmee an die Hochschulen der Schweiz
im Wintersemester 1945 6 notwendig sind. Die Amerikaner werden damit
alle Hilfe der schweizerischen Behörden und Hochschulen für ihre
Projekte, ihren Heeresangehörigen möglichst nützliche Beschäftigung
und Belehrung zu bieten, in der Schweiz finden. Es ist vorgesehen,
dass die amerikanischen Studierenden tnxitexra uniformèart einreisen
und speziell für sie eingerichtete Kurse in englischer Sprache
besuchen können, die im Oktober beginnen werden.
Der aifeíBggxJai Silsersee in Gefahr - und seine Rettung. *
Einer der schönsten Alpenseen der Welt, der Silsersee im
Engadin, ist in Gefahr, durch Anlagen zur Gewinnung elektrischer
Energie verunstaltet zu werden. Um diese Bedrohung eines7 der
schönsten HaturÄBskmÄiÄXSchönheiten der Schweiz abzuwenden, hat
sich ein Komitee unter Leitung von Alt-Regierungsrat Ganzoni
konstituiert, das aus Heimat- und Naturschutzgründen die Uferrechte
trwerbin und eine "Ind strialisierung" des Silsersees vermeiden will,
s die beträchtlichen Kosten, welche die Erwerbung solcher Rechte
Jtç'utf ¿ ( i¿U«. Ke'htjLij
voraussetzt, tm docken, hat ras» die "Pro Helvetia" ein Beitrag von
Mit Stern werden fortan jene Hinweise bezeichnet, die von keiner
Nachrichtenagentur veröffentlicht wurden oder werden konnten und
somit "Originalmitteilungen" speziell für die Kulturchronik darstellen.
Die Schweiz ruft Amerika; Nr. 29 der Kulturchronik. - 2 -
50. Fr. bewilligt unter der Bedingung, dass auch von anderer Seite
erhebliche Mittel zur Deckung der Gesamtsumme von 3oo Fr. beigesteuert
werden. Bereits heute darf gehofft werden, dass dieser einzigartftfrSee
in seiner herben Gebirgsschönheit unberührt bleiben mucä und
damit weiterhin Generationen von Touristen aus aller Welt, wie die
Einheimischen erfreuen ka*».
Die Entdeckung der Atombombe bildet auch in wissenschaftlichen
wie in Laien-Kreisen das Tagesgespräch. Für einige Eingeweihte
kam diese Meldung zwar nicht unerwartet. Bereits 1941 hatte
der Ordinarius für Experimentalphysik an der ETH, Prof. Paul Scherrer,
in einem HaUptvortrag an der Generalversammlung der Schweiz. Naturforschenden
Gesellschaft in Basel darauf hingewiesen, dass die
künstlicfi e sfrahlung der Materie nur nocnT roblem weniger Jahre
sein werde und Dr. Eduard Fueter, Direktor des Schweiz. Institutes
für Auslandforschung, hatte in der "Neuen Schweizer Eundsohau" auf
die darirch bedingte revolutionäre Wirkung, sowie auf die mögliche
Aenderung alles Kriegsgeschehens als eine ständige Frage hingewiesen,
Untersuchungen über den radioaktiven Atomzerfall und über die Kernphysik
wurden mit Hilfe ÜÄe8yclotrons an der ETH durchgeführt, ohne
aber zu den sensationellen Resultaten der angelsächsischen Forschergemeinschaft
Die Sektion "Heer und HausV
Zur geistigen Betreuung und zur Stärkung des Wehrwillens
wurde im Jahre 1939 nach Ausbruch des Krieges die Sektion "Heer und
Haus" als Teil der Arbeitsgemeinschaft "Pro Helvetia" ge#sc affen.
Mit dem Ende der Feindseligkeiten hl%r8?tse Institution nun ihre
ïè3 iiauok eingestellt, nachdem sie ihr Wirken und ihre Ziel-
Setzung noch in einem ausaerEt interessanten Tätigkeitsbericht aus
der Feder ihres letzten Ghefs, Major Ziegler, mmb. festgehalten hat.
Durch ihre Initiative oder Vermittlung wurden allein 1943 - 1945
über 4 Vorträge vor rund einer halben Million Zuhörer gehalten,
vielfach über Themen, welche aus aussenpolitischen Gründen in den
Zeitungen und Zeitschriften nicht behandelt werden konnten. Daneben
wurde der Armeefilmdienst mit seine» auch vom Ausland anerkannten
Leistungsfähigkeit organisiert, und ein umfassender fesselnder
Unterhaitungs- und Bücherdienst durchgeführt, sowie das Singen in der
Atmee durch volksnahe Gesangslehrer populär gemacht. Bei dieser
Tätigkeit galt es oft heikle Situationen zu meistern oder raffinierten
Die Schweiz ruft Amerika; Nr. 29 der Kulturchronik - 3 -
Versuchen, speziell des Nationalsozialismus, zur Erschütterung des
Wehr- und Widerstandswillens entgegenzutreten. So wSiAe nïOA aS- 011
versucht gelassen, um durchs deutsche Zeitungen, Zeitschriften und
Pilme die Blitzerfolge der deutschen Armee im l«KtatnOsten und Westen
194o nr nB»« mrri-»Yft»gTeTBTii»t»-irmiTr#»TT«»gTxtx dramatisch hervorzuheben
und in Gegensatz zum 'Schildbürgerheer" der Schweiz zu stellen.
Systematisch wurden die Befestigungsbauten der Schweiz als Geldverschendung
hingestellt« ixxlxxt Täglich wurde ucf die wirtschaftliche
Abhängigkeit der Schweiz von den Achsenstaaten unterstrichen
und unter schweren Drohungen der Anschluss an das "Neue Europa"
verlangt. Gleissnerische Programme wurden ausgestrahlt, in denen
dem aufaann ebensè wie dem Bauern, dem Geistesarbeiter nicht weniger
als dem Gewerbetreibenden die volle "Erfüllung seiner gerechten
Ansprüche;1 kurz ein Himmel auf Erden versprochen wurde. Im Innern
arbeitete die 5. Kolonne rücksichtslos mit gefährlichen Gerüchten
und Verdächtigungen,, wobei oft hervorragende und speziell geschult«
Propagandisten «Infetnt wurden. Aber auch die andern Kriegführenden
trugen den Nerven- und geistigen xfitf$ ins Land. Gegen alle solche
versuchte Einflussnahme und Lähmung des Widerstandswillens führte
die Sektion Heer und Haus einen hartnäckigen, schwierigen, aber -
wie sich .zeigte - schliesslich auch erfolgreichen Kampf. Ihr Rück-
Jblick beweist, welchen starken Anteil sie an der Behauptung der
Unabhängigkeit genommen hat und welcha immer wieder neuen, listenreichen
Drohungen getrotzt werden musste.
P.rof C. G. Jung Ehrendoktor von Genf.
Zu seinem 6o. Geburtstag verlieh die Universität Genf
Prof. Dr. C. G. Jung den Docteur es lettres honoris causa. Es 1st
dies das erste Ehrendoktorat, das ihm die Universitäten seines
Heimatlandes verliehen haben, nachdem er schon 7 ausländische Ehrendoktorate
erhalten hat, darunter von der Clark-University (l9o9),
Pordham-University (1912), Harvard-University (1936) und der Universität
Unter dem Titel »Université 45" gibt das Weltstudentenwerk
in Genf (World Student Service) fortan vierteljährlich eine
internationale Zeitschrift über das Hochschulleben der ganzen Welt
heraus. Die Redaktion dieser bedeutungsvollen neuen Zeitschrift hat
Edmond Perenczi inne (13» rue Calvin, Geneve).
v.1.09