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Chroniques politiques et culturelles (CP) - 04 JAN 1945 - Allemand
     [CP-1945-00-04-DE]


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Der Versieht auf die ÂussenpslitikW
JTs igt vielle tut nicht »hä& weiteres einleuchtend. weswegMäer
Verzieht auf die Aussenpslitik erwärmt »ein muss, wenn man sieh
mit dem Wesen der schweizerischen Demokratie auseinandersetzt
¿Pir werden bald sehen, warum diese beiden Dinge zusammengehöre
Vin emnern des Sehwe izertums ist dile,fZl ®ammengehör'igkeit frei-*
lieh immer, man mächte sagen, instinktiv gespürt werden? S»
rauchte der pessimistische Machtphtlsseph Spengler den Ausdruck
"Verschweizerung" im kritisch-ablehnetién Sinn gegen Völker
die nach einer friedlichen Ausse'npelttik trachteten?'Mit dem **r| Í
Verschwitzerung ssllte gefagt sein, dass e*in aussenp»'litischer Verzieht
mit geschichtlicher de und Grosse überhaupt unvereinbar
~ seï? &* haben wir allen Qrunê, diesen Verzicht nähfer und bezegen
atif seine Hintergründe tzu untersuchend
Der VerzieJfT der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf eine Sä—
tive Aussenpelitik geht auf eine militärische Katastrsphe zurück
Am Ende des 15? und zu Beginn des 16» Jahrhunderts, in einem
Zeitraum ven vielle icht siebzig eder aehzig Jahren zeigt die Q-e*-
schichte der Schweiz stark expansive Züge? Die als bäuerlich
vcrsehrieeneçEtdgenentimtBn&Ê steh4çf fast meteerarttg, auf
einmal als stärkste, mi€eleurepäi$chc Militärmacht da, stürztfa"
dés Burgundisehe tieieh, sehiek&sieh an, die Dinge in Oberitalien
zu Ȏdnen une haVliussteht, den Umfang 'des Bundes zu verdeppeln?
Der machtpslitische Aufstieg ist begleitet v»n einem
wirtschaftlichen und einem bislsgisehen: der QsvölkerungsUbersehMS*
4er Jungen Eúgenensehaft ist ensrm, Kriegsdienst für ihre -Jugend
einraus@hû6**& Vergnügen? Man wird- unwillkürlich an die spä-
tere deutsch9 Entwicklung zwischen 187e und à er Gegenwart erinnert
Da * »«* 1515, mit der Schlacht ven Marignane.die Katastrephe
An heutigen Masstäben gemessen.handelte es sieh um eine Entscheid
dungsschlaeht, die die Blüte der jungen Schweiz dahinraffte. In
ßern gab es damals- kein Haus, das nicht einen eder mehrere Tete
zu beklagen hatte. Der Gressmachtträum war ausgeträumt, der
Bestand des Landes auf das Ausserste gefährdet, zumal bald sehen
die innere Krise der u:efermâtien dazukam* amals alse hat der
aussenpeli tische te.rzieht der Schweiz, das "Stillesttzen", wie es. ',-,
genannt werden ist, seinen Anfang genemmen. Der Net geherchend
begann es, aber im Lauf der Geschichte, wurde daraus ein ernst
zunehmend* Haitunfê T «'
Seit Marignane hat die Eidgenessenschaft dem Wettlauf "der eure-*
patschen Stqaten um die Macht entsagt Sie fand sich mit ihren
Grenzen als endgültigen ab* Sie sehless keine Angriffsbündnisse
¿0** und später überhaupt keine pelitisehen Abkemmen mehr mit
an dem Ländern. Sie begann, ihre pelitisehen Kräfte nach Innen
zu entwickeln. Se entsfond im Laufe der Jahrhunderte allmählich
die heutige, schweizerische Neutralität. Wir mellen zuerst versuchen,
die vesehiedenenStufen der Herausbildung ffsmnm dieser
aussenpel i tischen Maxime 'zu verfeigen und nachher die Ergehnisse
In ihrer ersten Etappe ist die Neutralität neeh gante durch den
Zwang der Ereignisse bedingt» Die Refermatien hat auch in der Etd-
4AmtJÍ*¡¡Agenessensehaft
Bürgerkriege zur Felge. Se Itet diese, als Ganzesa&dU,
pelitisch gelähmt. Es felgteine Ziet.der Beruhigung¿Dann bricht
der dre issigjährige Krieg aus. Es ist überaus schicksalhaft, dase
die Sehwei*ausserhalb dieser Wirren zu bleiben vermag, ebsehen
et nicht an ständigen Versuchen der prêtes tantischen wie der
kathel i s chen P&rteien im Reich gefehlt hat, auch die Schweiz, d.h
die Jeweils entsprechenden GlaubensgebieteJzur Kri epate iInahme
zu bwwegen* Hätte die Eidgenossenschaft diesen Versuchungen nicht
standgehalten, st hätte das ihr Ende bedeutet. Auf der amdern Seite
blieb ihr der unerhörte Siss erspart, der für die deutsehe Entwicklung
der dreissigjährige Krieg gewesen istj Sie konnte sieh
stetig und ungebrochen weiterbildete
Während der französischen Revolution zeigt sieh die Schwäche
des aussenpol i tischen Stillesitzens: Das Land hat di ]Wehrhaftigkeit
v orlo tun und wird von den Revolutionsheeren überrannt. Zum
ersten liai beginnen die besten unter den Schweigern zu ahnen, dass
die Neutralität wohl eine Maxime gegenüber den andern sein kan,
nicht aber gegenüber den lebenswichtigen Interessen des Landes
selbst» So entseht die bewaffnete Neutralität, wie sie dann in den
Krie9en ¿er modernen Zeit durchgehalten wird. Die' Schweiz lässt
steh v*n keiner Uacht und vin keiner Mächtegruppe ihre Neutralität
garantieren, ssndern höchstens anerkennen? Spr die strikte Durchführung
aber ist sie melbst besorgt und sie perlangt von allen
ihren Bürgern die grössten.persönlichen Opfer, für den J derzeitigen
militärischen Einsatz, »fr % 6) C Ir HMV M't»** ir»
m0k¿fy&s&fá*&~) Es stimmt also durchaus nicht, dass die Neutralität
zu Jener "Versehweizerung" geführt hätte, die sehliesslich Jeden
Sinn für nationiam Ehre und Widerstand gegen aus s ere? Zumutung verloren
hätte. Die Schweizer sind unter dem Regime der Politik der
Neutralität"ein wehrhaftes, selbstsicheres, freiheitliches und
opffl&bereitcs Vokks gebliebene Es mm schenkte ihnen eine über
hundertjährige Friedensepoche, in der die innenpolitischen Kräfte
des Volkes sieh ganz und 'frei entfalten konnten
Hat nun aber die Maxime der Neutralität zu einem Verlust in bezug
auf da9 äussere Ansehen geführt? Selbstverständlich: einem
kleinen Land vn nur vier Millitnen Einwhnem sind natürliche
¿¡ ranken des Einflusses gesetzt? Entseheidend ist nur, eb es
innerhalb dieser Sehranken mit seinem Pfund wuchere Und da
glauben wir ehne Ueberhebung feststellen zu können, dass die
Tatsache eines Kleinstaates, der bewusst äusserer Uaehtpelitik
und der Teilnahme an ihr entsagt hat, diesem Staat andere und
bedeutende Uöglichkteten gab, sieh durchaus im Völkerkenzert
Geltung zu verschaffenW
Die Schweiz ist ein Land der Mitte, Schnittpunkt der verschieb
deñsten Einflüsse und Strömungen? Fast seheint es das Schicksal
dieses europäischen Kontinentes zu werden in eine ähnliche S teHum
¿er Ue zu kemmené Selche Stellung kann nur ertragen, wer innerlieh
¿est ist, ** Gleichgewicht Dieses Gleichgewicht muss erkämpf*
werdentdurchfeinen Ausgleich zwischen den innen-und den
aussenpeli tischen Kräften eines jeden Zandesf Es beginnt mit dem
Neubau der kleinen Gemeinschaften ! Das ist der Beitrag des
schweizerischen Veksstaates an die eschiehtes des Abendlandes
v.1.09